Nein zur Mefa! Protest gegen die Messe der Fleischindustrie

Unter dem Motto „Tiere sind keine Ware“ wird am 21. November 2015, am Tag der Eröffnung der Mefa, der Fachmesse für die Fleischwirtschaft, in Basel gegen die Fleischindustrie protestiert. Die Tierrechtsgruppe Zürich ruft mit diesem Text dazu auf, sich der Kundgebung auf dem Claraplatz anzuschliessen!

Protest gegen die Mefa

In der Schweizer Fleischindustrie werden jährlich etwa 62 Millionen Tiere getötet und verarbeitet. Unternehmen wie Bell und Micarna aber auch viele kleinere Firmen erwirtschaften mit dem Leid der Tiere und der Ausbeutung der lohnabhängigen Menschen in ihren Betrieben Umsätze von gesamthaft fast 10 Milliarden Franken. Vom 21. bis 25. November 2015 treffen sich die Profiteure dieser Industrie an der Mefa in Basel. Die Fachmesse ist der grösste und wichtigste Treffpunkt für die Schweizer Fleischbranche. Hier werden Kontakte geknüpft und Geschäfte abgeschlossen. Rund 80 Firmen aus mehreren Ländern stellen an der Mefa ihre Produkte unter anderem aus den Bereichen Schlachttechnologie, Fleischverarbeitung und -verpackung aus. Auch der Schweizer Fleisch Fachverband (SFF) ist mit von der Partie. Als Arbeitgeberverband der Schweizer Fleischindustrie ist er wesentlich mitverantwortlich für die schlechten Arbeitsbedingungen in den hiesigen Schlachthäusern und fleischverarbeitenden Betrieben.

Die Leader der Branche, die Unternehmer, Bosse und Kader der Industrie, treffen sich im Rahmen der Mefa ausserdem zur Schweizerischen Fleisch-Fachtagung, die vom SFF organisiert wird. „Fleisch und Nachhaltigkeit“ wird das Thema der am 24. November stattfindenden Tagung im Congress Center Basel sein. Nicht nur Agrarwissenschaftler werden zur Thematik sprechen, sondern auch Vertreter der Schweizer Fleischindustrie, wie der Leiter des Bereichs „Qualitätsmanagement/Nachhaltigkeit/Tierproduktion“ der Bell Schweiz AG. Die Bell AG ist das umsatzstärkste Unternehmen der Schweizer Fleischbranche und verantwortlich für die Schlachtung von jährlich über 25 Millionen Tieren. Dem SFF geht es bei der Tagung vor allem darum, die verheerenden ökologischen Folgen der Fleischproduktion zu relativieren und ideologisch zu verschleiern. Die aufkeimende Kritik an der Fleischindustrie soll erstickt werden, indem propagiert wird, dass die Fleischindustrie nachhaltig produzieren könne. Damit wird nicht nur verschleiert, dass die Tierindustrie leidensfähige Lebewesen tötet, sondern auch, dass sie für einen grossen Teil der weltweiten Treibhausgas-Emissionen, der Wasserverschwendung und der Zerstörung des Regenwalds verantwortlich ist. Die Fleischindustrie ist notwendig auf die systematische Zerstörung der Natur angewiesen – „Nachhaltigkeit“ ist ihr höchstens ein beliebtes Werbemittel, um ihren Produkten einen grünen Anstrich zu verleihen.

An der Mefa und der Schweizerischen Fleischfachtagung treffen sich also die Bosse der Schweizer Fleischindustrie, um ihre Unternehmen und Waren zu präsentieren und die neuesten Produktionsmittel zur möglichst effektiven Schlachtung und Verarbeitung der Tiere zu verkaufen beziehungsweise zu erstehen. Zudem nutzen sie den Anlass, um ihre Ideologien zu verbreiten und ihr Geschäft mit dem Mord an Tieren zu verschleiern. Die Fleischindustrie und ihre stetig wachsenden Profite basieren auf dem Elend und der industriell organisierten Ermordung von Millionen von Tieren, auf der Ausbeutung von Lohnarbeitenden und der Zerstörung der Natur. Wir wollen das nicht weiter hinnehmen – darum protestieren wir gegen die Mefa und rufen alle progressiven Kräfte dazu auf, sich dem Protest in Basel anzuschliessen!

Solange die Bilanzen stimmen, werden die Profiteure der Schlachtunternehmen allerdings weitermachen wie bisher – Leid und Zerstörung ist für sie nicht von Bedeutung. Wollen wir dies ändern, reicht es daher nicht aus, humanere Schlachtmethoden, bessere Arbeitsbedingungen oder nachhaltigere Produktionsverfahren einzufordern. Erst wenn die Unternehmen sich in den Händen der Produzierenden befinden, können sie auf eine gesellschaftlich nützliche Produktion ohne Leid und Ausbeutung umgestellt werden. Wenn wir also wollen, dass Tiere nicht mehr systematisch ermordet und zu Waren verarbeitet werden, müssen wir für die Enteignung der Tierindustrie einstehen und gegen den Kapitalismus und seine Profiteure den Klassenkampf von unten aufnehmen!

Tierindustrie enteignen – Kapitalismus abschaffen!
Class Struggle – Animal Liberation!

Tierrechtsgruppe Zürich, November 2015

Zum Aufruf als Pdf
Zum Text “Fleischindustrie enteigenen!” der Tierrechtsgruppe Zürich

Protest: TIERE SIND KEINE WARE
Samstag, 21. November 2015
14:00 bis 17:00 Uhr
Claraplatz Basel
Organisiert von der Tierrechtsgruppe Basel und dem Verein Tierschutz in der direkten Demokratie
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Album Release Show “Planet der Klassen”, Holger Burner & Albino

Konzert Holger Burner Albino Winterthur Planet der KlassenAnlässlich des Plattenrelease ihres gemeinsamen Albums “Planet der Klassen” touren Albino und Holger Burner durch Deutschland und die Schweiz. Mit dabei die zwei Rapper Master Al und Tim Taylor. Die Tierrechtsgruppe Zürich präsentiert das Abschlusskonzert der Tour in Winterthur.

Zum neuen Album schreiben die Klassenkampf-Rapper:
“Holger Burner & Albino sind seit Jahren aktiv an Mikrophon und Megaphon – Rap der genausosehr auf Demonstrationen, Streiks und Straßenaktionen zu Hause ist wie auf Bühnen. Das erste gemeinsame Album heißt sehr bewußt “Planet der Klassen” – denn in Zeiten wo uns gelehrt wird, das es in unserer angeblich postmodernen Gesellschaft ja keine Klassen und schon gar keinen Klassenkampf mehr gibt, während Klassenkampf von oben in Form von Kriegen und Krisen auf unserem Rücken ausgetragen wird, wollen wir Position beziehen. Der Multimilliardär Warren Buffet weiß “Es herrscht Klassenkampf – und meine Klasse gewinnt”.

Unser Rap steht in der Tradition von den Leuten, die ohne Galerien angefangen haben Wände zu bemalen und ohne Proberäume Musik gemacht haben. Er ist Teil vom Kampf für eine Gesellschaft in der alle die Möglichkeit haben ihre Bedürfnisse zu befriedigen – nicht nur die Reichen und Besitzenden. Die Arbeiterbewegung hat immer gesagt das sie “Bread AND Roses” will – also nicht nur Nahrung für den Körper, sondern auch für den Geist. Wer etwas Kraft auftanken will im Kampf für eine gerechtere Welt, wer einen Abend verbringen will mit Menschen, die dieses Ziel teilen – der/die ist genau richtig bei unserem Konzert.”

Konzert mit Holger Burner, Albino, Master Al, Tim Taylor Rap & DJ

20:00 vegane Vokü, 22:00 Konzert

GGS31, General Guisan-Strasse 31, Winterthur

Der Kampf gegen Air France-KLM geht weiter!

Dieses Wochenende haben sich über 20 Personen an einer Kundgebung gegen Air France-KLM am Flughafen Zürich beteiligt. Mit Flugblättern, lautstarken Parolen und Transparenten wiesen sie kämpferisch auf die immer noch währenden Versuchstiertransporte der Fluggesellschaft hin.

Seit mehreren Jahren kommt es weltweit zu Boykott-Aufrufen und regelmässigen Protesten der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung gegen Air France-KLM. Die Fluggesellschaft, an welcher der französische Staat knapp 16 Prozent der Aktien hält, ist die letzte übriggebliebene unter den Passagierairlines, welche noch Primaten in Versuchslabore auf der ganzen Welt transportiert. Diese Monopolstellung lässt bei Air France-KLM die Kassen klingeln. Die Labore z.B. der Pharmakonzerne haben so wiederum einen unkomplizierten und günstigen Zugang zu neuen Versuchstieren. Doch die Tiere tragen die Kosten dafür. Sie werden massivem Leid ausgesetzt und im Labor erwartet sie ein qualvoller und grauenhafter Tod. Dem blutigen Zweck der Kapitalisten ist die Kreatur nur Material.

Demo gegen Air France ZürichIn der Schweiz werden die Proteste gegen die Versuchstiertransporte mit allen möglichen Mitteln behindert. So sind Proteste am Flughafen in Basel-Mulhouse unter fadenscheinigen Gründen komplett verboten worden. Die Kundgebungen erfreuten sich zuvor einer immer stärkeren Beteiligung – ein Dorn im Auge der Profiteure. Als vor zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten die Kampagne und den Protest ohne offizielle Bewilligung weiterführen wollten, kam es zu Verhaftungen.

Grund dafür sind auch die Erfolge, die durch kontinuierliche Kampagnenarbeit in den letzten Jahren erreicht wurden. So auch im 2015: Bereits zwei Fluggesellschaften – Japan Airlines und Brussels Airlines – haben sich seit Anfang Jahr dazu entschieden, das blutige Geschäft mit dem Transport von Versuchstieren zu beenden.

Aber nicht nur die Tierbefreiungsbewegung nimmt Air France-KLM in die Mangel, auch die Belegschaft bei Air France baut Druck auf den Konzern auf. Am Montagvormittag des 5. Oktober drangen protestierende Mitarbeiter in die Zentrale des Unternehmens ein und erzwangen den Abbruch einer Sitzung von Konzernführung und Betriebsrat. In dieser hatte Air-France-Chef Frédéric Gagey den Beschäftigtenvertretern einen Plan zur erneuten Stellenstreichung vorgelegt, durch den 3000 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen. Die Belegschaft wehrte sich und schlug mehrere Top-Manager der Fluggesellschaft in die Flucht. Mit zerrissenen Hemden und schlotternden Knien suchten mehrere Konzernmanager der französischen Fluggesellschaft Schutz in den Armen von Polizeibeamten.

Im Zusammenhang mit diesem handfesten Klassenkampf drohen fünf Mittarbeitern nun gerichtliche Massnahmen. Nicht den Ursachen der Ausbeutung, sondern denen, die davon die Schnauze voll haben, soll der Prozess gemacht werden. Doch die Beschuldigten Arbeiter erfahren grossen Zuspruch. Viele Air-France-Angestellte protestierten zu Beginn letzter Woche gegen die Kriminalisierung ihrer Kollegen und die im französischen Zivilflugsektor vertretenen zwölf Gewerkschaften forderten in einer gemeinsamen Erklärung, dass die juristische Verfolgung der verhafteten Arbeiter unverzüglich einzustellen sei.

Stoppt die Transporte von Versuchstieren bei Air France-KLM!
Solidarität mit der kämpfenden Belegschaft!
Unsere Antwort auf die Angriffe von Oben: Klassenkampf und Tierbefreiung!

Heraus zur Kundgebung gegen Air France-KLM!

Demo gegen Air France ZürichNach wie vor transportiert das Flugunternehmen Air France-KLM verschiedenste Tierarten aus der ganzen Welt in die Versuchslabore in Europa und den USA. Air France-KLM ist dabei die letzte Passagierfluggesellschaft, die noch Primaten transportiert – alle anderen konnten durch weltweite Proteste der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung zum Ausstieg aus diesem blutigen Geschäft bewegt werden.

Ein Ausstieg von Air France-KLM aus diesem Geschäft würde der Tierversuchsindustrie weltweit enorme Schwierigkeiten bereiten, da ihr Zugang zu Versuchstieren erheblich erschwert würde. Deshalb ist es umso
wichtiger, dass die Proteste gegen Air France-KLM nicht abreissen. Obwohl der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung in der Schweiz immer mehr Steine in den Weg gelegt werden, kann in Zürich nun endlich wieder einmal gegen die Versuchstiertransporte von Air France-KLM demonstriert werden!

Bei Air France-KLM sind aktuell 3000 Angestellte von einem massiven Stellenabbau bedroht. Daher begrüssen wir es, wenn sich die Belegschaft von Air France-KLM organisiert und kämpferisch gegen die Sparangriffe ihrer Bosse zur Wehr setzt. Auch unser Protest gegen das Luftfahrtunternehmen richtet sich ausschliesslich gegen die Konzernherren, welche sowohl von der Ausbeutung der ArbeiterInnen wie auch der Tiere profitieren.

Das Image von Air France-KLM bröckelt. Unterstützt den kontinuierlichen
Kampf gegen die Versuchstierindustrie und kommt an die Kundgebung am 24.
Oktober am Flughafen Zürich!

Im Dienst des Imperialismus – Massaker von Indonesien 1965

Vor 50 Jahren, im Oktober 1965, vollzog sich in Indonesien ein blutiger Regimewechsel. Antiimperialistische linke Kräfte, welche einem pro-westlichen Wirtschaftskurs im Wege standen, wurden in einem neun Monate andauernden genozidähnlichen Massaker vernichtet. Durchgeführt wurden der Putsch und das Massaker von reaktionären Kräften, welche in der Folge die Regierung übernahmen. Bei diesem blutigen Putsch spielte der US-Geheimdienst CIA eine entscheidende Rolle. Die CIA unterstützte die reaktionären Kräfte in Indonesien nicht nur in der Vorbereitung und Durchführung des Putsches, sondern auch während der Massenmorde an Kommunisten und anderen progressiven Kräften.

Indonesien 1965 Tierrechtsgruppe ZürichDemonstration der PKI

Politischer und ökonomischer Zustand Indonesiens vor 1965
Zwischen 1949, der Unabhängigkeit Indonesiens von Holland nach 350-jähriger Kolonialherrschaft, und Oktober 1965 war die linke Bewegung in Indonesien eine der stärksten linken Bewegungen ausserhalb der sozialistischen Staaten. Im Jahr 1965 war die Kommunistische Partei Indonesiens (PKI) die grösste kommunistische Partei der nicht-sozialistischen Staaten und zählte mehr als drei Millionen Mitglieder, sowie geschätzte 15-20 Millionen aktive Unterstützer. Gleichzeitig waren die Indonesier in grosser Zahl in Arbeiter- und Bauerngewerkschaften organisiert und hatten ein starkes Klassenbewusstsein. Regelmässig demonstrierte eine grosse Zahl von Menschen vor US-Missionen gegen die imperialistische Politik der USA. Zur gleichen Zeit begannen Arbeiter in US-amerikanischen Erdölförderanlagen und Kautschukplantagen diese zu enteignen – unter anderem auch entzürnt über den US-Militäreinsatz in Vietnam – und unter eigene Kontrolle zu bringen; in einer Zeit wo ein Grossteil der indonesischen Rohstoff- und Erdölförderung sowie der Kautschukanbau in den Händen von vor allem amerikanischem und europäischem Kapital war. Diese Enteignungen wurden unter dem antiimperialistisch ausgerichteten Präsidenten Sukarno, welcher die Zusammenarbeit mit den West-Mächten verweigerte, planmässig weitergeführt, so dass ausländische Unternehmen und Investoren stark aus Indonesien zurückgedrängt wurden.

Unterstützung antikommunistischer Kräfte durch die CIA
Diese den imperialistischen Kapitalinteressen entgegen verlaufenden Entwicklungen waren der USA seit längerem ein Dorn im Auge. Zur Sicherstellung dieser Interessen waren seit der Unabhängigkeit Indonesiens reaktionäre Kräfte im Land von der CIA tatkräftig unterstützt worden. Diese Hilfe erfolgte ab den 1950er Jahren zunächst finanziell, indem die rechten Militärkreise regelmässig Beiträge in Millionenhöhe erhielten (1). Sie erfolgte jedoch zunehmend auch militärisch, wobei zwischen 1956 und 1959 unter anderem 200 ranghohe indonesische Offiziere in den USA trainiert worden waren (2). Die Hilfe der CIA resultierte schliesslich 1958 in einem ersten, erfolglosen Putschversuch von rechten Rebellenkräften, unter denen einige dissidente Militärs waren. Die CIA unterstützte die reaktionären Kräfte auch während des Putschversuches (3), unter anderem in der Versorgung mit Waffen und Flugzeugen (4).

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Zum Nachhören: Die Ukraine im Würgegriff von Faschismus und Krieg

Die Ukraine befindet sich seit dem Putsch im Februar 2014, der sich im Zuge der Maidan-Bewegung ereignete und durch den Westen unterstützt wurde, im Würgegriff von Faschismus und Krieg. Darüber berichtete die freie Journalistin Susann Witt-Stahl im Mai dieses Jahres auf Einladung der Tierrechtsgruppe Zürich im Zürcher Volkshaus. Ein Mittschnitt des Vortrages ist hier nun online verfügbar.

Kein Frieden im Donbass
Die Bevölkerung der Ostukraine leidet weiterhin unter dem Angriffskrieg, den Sanktionen und den Blockaden der neuen Machthaber in Kiew. Wohnhäuser und Schulen werden beschossen, Felder vermint oder abgebrannt; fehlende Sozialleistungen, steigende Preise, illegale Zölle vergrössern die Not. Doch die Menschen im Donbass wehren sich auch, organisieren sich und leisten Widerstand.

Im Sommer 2015 reiste Susann Witt-Stahl ein weiteres Mal in das europäische Kriegsgebiet. In ihrer aktuellen Berichterstattung in der Tageszeitung junge Welt berichtet die Journalistin von Frontbesuchen bei der Kommunistischen Einheit 404, in Debalzewe, Donezk und Gorliwka, von Begegnungen mit Kommandeuren und Kämpfern der Volkswehren, Regierungsvertretern und mit Soldaten und Zivilisten:

24.08.2015: Großangriff geplant
31.08.2015: Granaten auf Schulen
08.09.2015: Immer noch in Angst
08.09.2015: Interview: »Willkürlich Wohnhäuser beschossen«
12.09.2015: In den Himmel schauen
16.09.2015: Interview: »Ich möchte betonen, dass wir nicht nach Expansion streben«

Nein zu Krieg! 100 Jahre Zimmerwald

Vor 100 Jahren trafen sich KriegsgegnerInnen aus Arbeiterparteien verschiedener Länder in dem Schweizer Dorf Zimmerwald bei Bern zu einer internationalen sozialistischen Konferenz. Der Erste Weltkrieg war in vollem Gange: „Millionen von Leichen bedecken die Schlachtfelder, Millionen von Menschen wurden für ihr ganzes Leben zu Krüppeln gemacht.“ Europa glich „einem gigantischen Menschenschlachthaus“.* Die Zimmerwalder Konferenz bildete einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Krieg, Sozialchauvinismus und Kapitalismus.

In Zimmerwald vor Ort

Der Zusammenbruch der Zweiten Internationale
Die Zweite Internationale, der internationale Zusammenschluss der sozialistischen Parteien und Gewerkschaften, hatte sich bei ihrer Gründung 1889 in Paris zur Aufgabe gemacht, marxistische und proletarische Massenparteien und Organisationen in den einzelnen Ländern zu fördern. Doch als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, ereignete sich eine schwere Niederlage für die internationale ArbeiterInnenbewegung: die sozialdemokratischen Parlamentsfraktionen Deutschlands und Frankreichs stimmten für die Kriegskredite und stellten sich so an die Seite ihrer Regierungen und hinter deren Kriegswirtschaft. Kurz darauf folgten ihnen die britischen SozialistInnen. Nur die russischen und serbischen Arbeiterparteien verweigerten die Zustimmung für die Kriegsanleihen. Mit der Absage an den proletarischen Internationalismus hatte sich die Zweite Internationale de facto erledigt. Die Kriegsfrage spaltete die sozialistische Bewegung in verschiedene Lager. Die KriegsgegnerInnen trafen sich in der Schweiz zur Konferenz von Zimmerwald.

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Grossdemo gegen Schlachthäuser

Für die Enteignung aller Schlachthäuser!Rund 700 Tierrechtsaktivistinnen und Tierrechtsaktivisten forderten am 11. Juli 2015 in Bern die Schliessung aller Schlachthäuser. Die hohe Teilnehmerzahl der Demonstration konnte sich halten. Bereits vor einem Jahr kamen ähnlich viele Menschen auf den Strassen der Bundeshauptstadt zusammen, um gegen die Barbarei in den Schlachthäusern zu protestieren.
Die Berichterstattung in der Wochenendpresse gestaltete sich äusserst wohlwollend. Nicht zuletzt hat dies sicher mit der hervorragenden Organisation des Protestes zu tun. Zur Demo aufgerufen hat die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (tif).

Auch die Tierrechtsgruppe Zürich wirkte aktiv am Demogeschehen mit. Bereits im Vorfeld riefen wir alle progressiven Kräfte zur Teilnahme auf. Vor Ort waren wir mit Fahnen und einem grossen Transparent präsent. Wir verteilten Flugblätter sowie unsere Publikation „Dem Schlachten ein Ende setzen“. Damit die Demoroute fleissig markiert werden konnte, brachten wir zusätzlich eine grosse Anzahl an Aufklebern unter die anwesenden TierausbeutungsgegnerInnen.

Unsere Beteiligung an dem Protest stand unter der Parole „FLEISCHINDUSTRIE ENTEIGNEN! KAPITALISMUS ABSCHAFFEN!“. Damit wiesen wir darauf hin, dass dem Schlachten nur dann ein Ende gesetzt werden kann, wenn die Eigentümer der Fleischkonzerne enteignet werden und die kapitalistische Produktionsweise überwunden wird. An der Abschlusskundgebung legten wir in einer kurzen Rede dar, dass die Ausbeutung der Tiere nicht auf einer „Gewaltkultur“ beruht, wie tif-Präsident Tobias Sennhauser in den Medien verlauten liess, sondern auf der Profitwirtschaft. Verantwortlich für den millionenfachen Mord an den Tieren ist eine kleine Minderheit von Kapitalisten, die sich durch die Unterdrückung der Tiere und die Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Schlachthöfen bereichert.

Genauer ausgeführt wird der Zusammenhang von Tierausbeutung und Kapitalismus in unserem Flugblatt zur Demo. Dieses kann hier als PDF gelesen und heruntergeladen werden: Fleischindustrie enteignen! oder weshalb uns die Schlachthäuser erst einmal gehören müssen, bevor wir sie schliessen können.

Für die Enteignung aller Schlachthäuser!

Für die Enteignung aller Schlachthäuser!

Am 11. Juli veranstaltet die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus zum zweiten Mal eine Grossdemonstration für die Schliessung aller Schlachthäuser in Bern. Wir finden es wichtig, dass der Kampf gegen das Schlachten auf die Strasse getragen wird. Schlachthäuser sind Stätten der kapitalistischen Barbarei, in denen Tiere ungeachtet ihrer Leidensfähigkeit und Individualität millionenfach ermordet und Lohnabhängige in entfremdeter Arbeit ausgebeutet werden. Deshalb unterstützen wir die Demo und rufen alle progressiven Kräfte zur Teilnahme auf.

Unseres Erachtens herrscht in der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung eine grosse Verwirrung darüber, wie die Forderung nach einem Ende des Schlachtens erreicht werden kann. Zwar hat sich in den letzten Jahren die Erkenntnis verbreitet, dass die Ausbeutung der Tiere gesellschaftliche Ursachen hat – so schreiben die OrganisatorInnen der Demo, dass Tiere „systematisch zur Ware degradiert“ werden und „Tofu alleine […] die Tiere nicht retten“ wird. Doch wie diese gesellschaftlichen Verhältnisse zu begreifen sind und wie sie überwunden werden können bleibt weitgehend im Dunkeln. Wir wollen daher mit dem folgenden Flugblatt einen Beitrag zur Klärung dieser Probleme leisten. Dabei soll aufgezeigt werden, dass es sich bei der Befreiung der Tiere um eine Klassenfrage handelt.

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Rot ist der Mai! Rückblick der Tierrechtsgruppe Zürich

Unter der Parole „Dem Schlachten ein Ende setzen! Gegen Kapitalismus, Krieg und Tierausbeutung“ rief die Tierrechtsgruppe Zürich zum revolutionären 1. Mai und einem mehrteiligen Aktions- und Veranstaltungsprogramm auf. An diversen Veranstaltungen wurden verschiedene Formen der kapitalistischen Barbarei sowie die Perspektiven des Klassenkampfs diskutiert. An mehreren Demonstrationen wurde der Widerstand auf die Strasse getragen.

Den Auftakt zur diesjährigen 1. Mai-Kampagne machte eine Kundgebung gegen das Freihandelsabkommen TiSA. Auf dem Paradeplatz Zürich, Auge in Auge mit dem Schweizer Finanzkapital, versammelten sich am 18. April 150 Personen um gegen die Privatisierung öffentlicher Dienste zu protestieren. Die vom Seco vorangetriebene Privatisierungsoffensive TiSA soll es in Zukunft ermöglichen, verschiedene öffentliche Bereiche wie beispielsweise das Gesundheitswesen, Bildung, Infrastruktur oder soziale Institutionen in die Hände profitorientierter Unternehmen und Konzerne zu geben. Der ohnehin schon bröckelnde Service public wird damit zum direkten Spielball der Kapitalisten. Betriebe und Einrichtungen der öffentlichen Hand werden zu Grunde gerichtet. Das Nachsehen haben die Lohnabhängigen. Die Kundgebung des revolutionären Bündnisses gegen TiSA wurde nicht zuletzt auch darum aktiv von einer gewerkschaftlichen Basisgruppe unterstützt.

Kundgebung gegen TISA Zürich

Demonstration gegen Tierversuche
Eine Woche später rollten wir die Transparente und Fahnen an der Demo für die Abschaffung der Tierversuche aus. 400 TierversuchsgegnerInnen versammelten sich am 25. April auf dem Helvetiaplatz im Zürcher Stadtkreis 4. Währen eines Umzugs durch die Innenstadt wurde das Leid und Elend der Tiere in den Versuchslaboren der globalen Pharmakonzerne und der Universitäten Zürich und Bern angeprangert. In mehreren Reden wurde die Forderung nach einer fortschrittlichen Forschung und Wissenschaft ohne Tierversuche erhoben und auf einem Spruchband war zu lesen: „Die Zukunft ist Tierversuchsfrei.“

Die Tierrechtsgruppe Zürich beteiligte sich unter dem Banner „Tierindustrie enteignen! Kapitalismus abschaffen“ an der Demonstration. Mit Flugschriften und Parolen machten wir deutlich, dass der Kampf gegen das gesellschaftlich produzierte Leiden der Tiere eine revolutionäre Ausrichtung erfordert: Solange die Produktion kapitalistisch organisiert ist, werden die Bedürfnisse der Tiere und der lohnabhängigen Menschen dem Profit der Unternehmer und Konzernchefs geopfert. Erst wenn sich die Betriebe in den Händen der LohnarbeiterInnenklasse befinden, können sie dicht gemacht oder auf eine vernünftige Produktion – ohne Ausbeutung und Unterdrückung – umgestellt werden. Da die Demo am letzten Aprilwochenende stattfand, haben wir den Anlass auch dafür genutzt, um zur Teilnahme am revolutionären 1. Mai aufzurufen.

Demo gegen Tierversuche Zürich

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